Miebach Consulting
Kontaktieren Sie uns
shutterstock 2270822217 Scharfsinn PPT

E-Lkw als großer Kostenhebel in der Logistik

 

27.03.2026 | Von Andreas Hartwig , Kevin Wicklein und Jakob Stary, Miebach 

 

Miebach Fachartikel – veröffentlicht in der LebensmittelZeitung, Ausgabe 13/2026


In der Handelslogistik galt der elektrische Lkw lange als teures Nachhaltigkeitsprojekt. Dieses Bild kippt gerade, besonders in der Distribution zur Filiale. Steigende Diesel- und Betriebskosten durch CO₂-Bepreisung und Maut treffen auf sinkende Batteriekosten und eine breitere Fahrzeugpalette. Für viele regionale Anwendungen wird der batterieelektrische Lkw damit vom Image-Thema zum Ergebnishebel.

 

So senkt der E-Lkw Kosten im Transport Andreas Hartwig LZ 13 2026

Lesen Sie den Fachartikel von Andreas Hartwig, Kevin Wicklein und Jakob Stary, Miebach veröffentlicht in der LebensmittelZeitung 13/2026.

Link zum Artikel


Quelle: LebensmittelZeitung

 

Die Technik ist weiter

 

Die Technik ist weiter, als es manche Debatte vermuten lässt. Neue Modelle erreichen Reichweiten für weitere Touren und das Schnellladen wird immer leistungsfähiger. Für die Filialbelieferung ist das oft nicht einmal der Engpass: Viele Touren liegen unter 150 km. Das Laden am Distributionszentrum während der Beladung und Leerlaufzeiten, auch mit geringerer Ladeleistung, ist häufig ausreichend. Entscheidend ist mittlerweile weniger die Reichweite als die Frage, wie die notwendige Lade- und Energieversorgung sichergestellt werden können.

 

Die Wirtschaftlichkeit ist gegeben

 

Die Wirtschaftlichkeit ist gegeben und kann durch Vergleich der Gesamtkosten im Betrieb bewertet werden. Elektrische Lkw sind in der Anschaffung derzeit meist noch teurer als Dieselmodelle. Gleichzeitig profitieren sie von geringeren Energiekosten pro Kilometer, weniger Wartung und Vorteilen bei der Maut. Modellrechnungen zeigen bereits häufig Gesamtkostenvorteile, und mit steigenden Rohstoffpreisen, CO₂-Kosten sowie sinkenden Batteriepreisen verschiebt sich das Bild weiter. Unter heutigen Annahmen liegen die Gesamtkosten von E-Lkw über fünf Jahre rund zehn Prozent unter denen von Dieselfahrzeugen. Voraussetzung ist, dass Strom nicht nur „eingekauft und geladen“ wird, sondern aktiv gemanagt wird: Lastmanagement, zeitvariable Tarife und eigene Erzeugung erhöhen die Wirtschaftlichkeit.

 

Die emissionsfreie Distribution kommt

 

Die emissionsfreie Distribution kommt, da viele Städte und Regionen damit liebäugeln. In den Niederlanden werden zwischen 2025 und 2030 Null-Emissions-Zonen in 28 Städten eingeführt. Für citynahe Filialnetze ist das ein klares Signal: Die Frage ist weniger, ob emissionsfreie Belieferung kommen wird, sondern wie schnell.

 

Es gibt zwei Erfolgsfaktoren: erstens das Lager- und Standortdesign


Logistikstandorte brauchen offensichtlich Ladeinfrastruktur, um „E-Truck-ready“ zu sein. Die Haustechnik wächst deutlich: Netzanschlüsse, Speicher, Kabeltrassen sowie Schutz- und Brandschutzanforderungen für Hochvolt-Fahrzeuge kommen hinzu. Praktische Details entscheiden dabei über die Produktivität.

 

Photovoltaik und Batteriespeicher schaffen Zusatznutzen durch niedrigere, planbarere Energiekosten und die Glättung von Spitzen. So wird ein Lager perspektivisch vom reinen Verbraucher zum steuerbaren Energieknoten mit dem Potenzial, neue Einnahmen zu generieren.

 

Häufig ist allerdings der Netzanschluss der kritische Pfad mit langen Vorlaufzeiten, und eine ausreichende Anschlussleistung ist Grundlage für den E-Lkw-Einsatz. Wer neue Lager plant oder bestehende Standorte modernisiert, sollte deshalb frühzeitig die Elektrifizierung der Flotte in die Planung einbeziehen.

 

Zweiter Erfolgsfaktor ist die Transportplanung und Lade-Steuerung

 

Die Transportplanung und Lade-Steuerung ist mindestens genauso wichtig ist wie die optimale Gestaltung der Infrastruktur. Touren müssen mit individuellen Batterie-Ladezeiten geplant und in der Durchführung aktiv gesteuert werden unter Ausnutzung der natürlichen Pausen- und Standzeiten, Beachtung der Batterie-Level und der günstigsten Ladestellen. Dabei ist auch die Ladeleistung ein Hebel, Schnelladen ist teurer und belastet die Batterien.

 

Das ist gut beherrschbar mit speziellen Systemen, die aktuelle Informationen zu Ladezuständen der Lkw mit den Tourenplänen (Abfahrtszeiten, Tourlänge, Wetter-/Temperaturinfos etc.) und Strompreisen (Forecasts) unterschiedlicher Ladepunkte kombinieren, um die Fahrzeuge optimal einzusetzen, Strom-Ladepläne zu erzeugen und die Durchführung kontinuierlich zu überwachen.

 

E-Lkw ermöglichen absehbar Kostensenkung und regulatorische Sicherheit


Wer jetzt systematisch vorgeht – Standorte infrastrukturell vorbereitet, smarte Prozesse und Systeme implementiert, Energiemanagement sowie eigene Erzeugung vorsieht – kann schon in den nächsten Jahren Transportkosten deutlich senken und sich gleichzeitig zukunftssicher aufstellen. E-Lkw sind dann nicht nur sauberer, sondern schlicht günstiger und damit ein Wettbewerbsvorteil. 

Kontakt

DEU Hartwig Andreas AM mit Krawatte Homepage

Autor


Andreas Hartwig

Director


+49 30 893832-0
E-Mail senden

DEU Wicklein Kevin

Autor


Kevin Wicklein

Senior Consultant


+49 30 893832-0
E-Mail senden

DEU Stary Jakob

Autor


Jakob Stary

Senior Consultant


49 69 273992-0
E-Mail senden

GER Tillmanns Wiebke AM Homepage

Pressekontakt


Wiebke Tillmanns

Senior Manager Marketing & PR


+49 69 273992-36
E-Mail senden